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Blasen- und Darmschwäche

Blasen- und Darmschwäche sind ein weit verbreitetes Problem. Die Folgen sind häufig sinkende Lebensqualität, sozialer Rückzug und steigender Pflegebedarf. Bis heute hat sich an diesem Tabubereich in unserer Gesellschaft noch nicht viel geändert. Durch frühzeitige Identifikation von gefährdeten oder betroffenen Personen, kann der Erhalt oder die Förderung der Kontinenz positiv beeinflusst werden.

So erkennt man Blasen- und Darmschwäche / Inkontinenz

Wenn Harn und/oder Stuhl nicht mehr (bewusst) zurückgehalten, der Ort und der Zeitpunkt der Entleerung nicht mehr selbst bestimmt werden kann, z.B. das rechtzeitige Erreichen der Toilette.

Die Blasenschwäche/Harninkontinenz

Nach den letzten in Österreich durchgeführten Untersuchungen von 1999 sind eine Million ÖsterreicherInnen von Blasenschwäche betroffen, davon 850.000 Frauen. Oft hört man, Blasenschwäche/Harninkontinenz sei eine normale Begleiterscheinung des Alterungsprozesses. Dies ist ebenso falsch wie Blasenschwäche ist gleich Blasenschwäche. Allein bei der Blasenschwäche werden in der Medizin 5 verschiedene Formen unterschieden:

  1. Belastungsinkontinenz (Harnverlust beim Husten Niesen, Lachen, Laufen) sie ist die häufigste Form und betrifft mehr Frauen als Männer
  2. Dranginkontinenz (nach verspüren des Harndrangs kann die Toilette nicht mehr rechtzeitig erreicht werden und es kommt zum ungewollten Harnverlust)
  3. Überlaufinkontinenz (tagsüber tröpchenweiser Harnverlust, beim ausurinieren schwacher Harnstrahl, es bleibt Restharn in der Harnblase der meist nicht verspürt wird)
  4. Reflexinkontinenz (z.B. bei Querschnittlähmung)
  5. extraurethrale Inkontinenz (ständiger Harnverlust, sehr selten)

Die Darmschwäche/Stuhlinkontinenz

1,5% bis 5,3% (Enck, 1991) der über 65 jährigen leiden unter Darmschwäche. Wie bei der Blasenschwäche gibt es auch bei der Darmschwäche wesentliche Unterschiede:

  • Darmbedingte Ursachen (verstopfungsbedingte Einnahme von Abführmittel, Durchfall, Darminfektionen, Hämorrhoiden, u.v.m.)
  • Neurologische Ursachen (durch Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, nach Schlaganfällen u.v.m.)
  • Medikamentöse Ursachen (z.B. bei Einnahme von Antibiotika, Abführmittel, u.v.m.)
  • Hormonelle Ursachen (z.B. bei Überfunktion der Schilddrüse)
  • Angeborene Ursachen (z.B. bei Fehlbildungen von Organen)
  • Allergische Ursachen (bei Unverträglichkeiten)

Kindliches Bettnässen

Bettnässen ist eines der häufigsten kindlichen Probleme und das häufigste urologische Symptom im Kindesalter. Von "Kindlichem Bettnässen" spricht man in der Regel bei Kindern die nach dem 5. Lebensjahr unter unfreiwilligen nächtlichen Harnverlust leiden. Glaubte man früher das die Ursache für das unfreiwillige Einnässen ausschließlich einen psychischen oder sozialen Hintergrund habe, weiß man heute, dass ca. 8 von 10 Kindern an einer Hormonstörung leiden.

Maßnahmen zur Vorbeugung

  • Vermeiden von Übergewicht
  • Auf eine geregelte Verdauung achten
  • Reichlich Flüssigkeit zu sich nehmen (wer wenig trinkt, kann versuchen die Trinkmenge langsam bis auf 2 Ltr. täglich zu steigern)
  • Ausreichende Bewegung
  • Sich Zeit für Harn und Stuhlentleerung nehmen (nicht pressen)
  • Frauen: regelmäßige Beckenbodengymnastik
  • Männer: regelmäßige Prostatauntersuchung ab dem 45 Lebensjahr.

Besuche beim Arzt

Viele FachärztInnen befassen sich mit Blasen- und Darmschwäche/Inkontinenz.
Bei Blasenschwäche sind FachärztInnen für Urologie bzw. Gynäkologie sachkundig, bei Darmschwäche FachärztInnen für Proktologie (spez. ChirurgInnen). Bei kindlichem Bettnässen gibt es in den Krankenhäusern "Enuresisambulanzen" die entweder urologischen Abteilungen oder Kinderabteilungen zugeordnet sind.

 

 

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